Die “Art Mauer” am Tunneleingang ist gewachsen
Schon oben an der Treppe vor der “Bazillenröhre” riecht es nach Sprayfarbe. Unten sind den ganzen sonnigen Samstag über kleine und große Hobbykünstler dabei, die Wände entlang der Rampe zum Tunnel weiter bunt zu bemalen. Wie kam es dazu? Der Initiator Dimitri Rementsvenskyy, freier Journalist und verantwortlich für integrative Medienarbeit bei der Caritas, zeigt auf den Tunneleingang: “2008 habe ich hier eine Schrift gesehen ‘Juden raus’. Dann haben wir mit Geld aus dem Verfügungsfonds Farbe gekauft und im Rahmen der interkulturellen Woche das erste Bild gemalt, ‘Willkommen auf dem Sonnenberg’, um diese Inschrift zu beseitigen.” Dank des großen Zuspruchs entstehen seitdem jedes Jahr am zweiten Samstag in der Interkulturellen Woche weitere Bilder an der “Art Mauer”, der Kunst-Mauer. Und alte werden ausgebessert, wie das, was 2009 an den 100. Geburtstag von Mutter Teresa erinnerte, die Gründerin des Ordens der katholischen Schwestern an der Gießerstraße, gleich auf der anderen Seite der Dresdener Straße.
Auch zufällige Passanten machen mit wie Felix Roth. Der Schüler aus Rabenstein sprayt seit vier Jahren, “eher legal”, sagt er, und kam auf dem Weg vom Bahnhof zu einem Kumpel im Stadtteil vorbei. “Da fand ich das sehr ansprechend”, und hinterließ in leuchtendem Blau das Wort “life”, Leben.
Falls der Tunnel geschlossen wird, würde die Art Mauer umziehen. Rementsvenskyy hatte sich extra bei dem Bürgergespräch mit Bahn und Stadt im Mai über die Pläne informiert. Aber eigentlich fände er es schade um das Überbleibsel des alten Bahnhofs. “Die Röhre ist ein sehr interessantes Objekt. Mit mehr Geld könnte man daraus etwas Buntes machen, die Beleuchtung verbessern, dann wäre es nicht nur für Chemnitz etwas Besonderes, sondern auch für ganz Deutschland”, ist seine Vision. Vielleicht könnte man dazu einen Verein gründen? Er lacht. Einen Namen dafür hat er schon: “Tube alive”, die lebendige Röhre.
Und hier der Link zum Beitrag des Sachsen-Fernsehens

[...] Werwitz, Geschäftsführer der Selbsthilfe 91 e. V., Dimitri Remestvensky, Gründer des Projekts ARTMauer und [...]
[...] wenn so "Graues" zu "Buntes" wird. Wer die Idee hatte und warum erfahrt Ihr in diesem Beitrag von sonnenberg-online.deIn der Tonaufnahme hört Ihr am Anfang ein Brummen, welches aus dem Fußgängertunnel kommt, als [...]
Diese Klangpinnwand ist einfach genial!
Nur ein kleiner Hinweis: Frank Müller hat sonnenberg-online.de geschrieben, aber verlinkt auf sonnenberg-chemnitz.de.
Das gibt mir die Gelegenheit, auf das Interview auf sonnenberg-online.de mit Remestvensky hinzuweisen. Von den dort erwähnten Fotos aus seine Anfangsjahren auf dem Sonneberg hat er mir übrigens welche geschickt, die in der Stadtteilzeitung oder im Netz veröffentlicht werden.