Seit diesem Wochenende können die Wohnungslosen, welche im Nachtquartier der Selbsthilfe 91 an der Heinrich-Schütz-Straße 84 ein Bett finden, nicht mehr in der “Haltestelle” der Stadtmission den Tag verbringen. Wegen der Kürzungen durch das EKKO-Sparkonzept bleibt dieser Treffpunkt samstag und sonntags geschlossen.
Eigentlich müssten sie dann um 8 Uhr auf die Straße, den Tag irgendwo herumbringen, bis sie nach den Regeln des Nachtquartiers ab 18 Uhr wieder unter ein schützendes Dach ins Wärme kommen können. Für die Winterzeit hatte das Team um Leiter Peter Borm, was das Nachtquartier im Auftrag des Sozialamts betreibt, die Öffnungszeiten schon verlängert und ab 17 Uhr aufgeschlossen.
Als dort die Meldung von der Wochenendschließung ankam, wurde entschieden, ab sofort an diesen Tagen den Verbleib im Hause zu ermöglichen. Die Sechsbett-Zimmer stehen dann auch tagsüber zur Verfügung, es gibt heiße Getränke. Allerdings gibt es kein Essen und keine Kochmöglichkeit. “Mehr können wir nicht machen, unsere Hauptaufgabe ist die ambulante Betreuung”, bedauert Sozialarbeiter Peter Borm. “Wohnungslose werden gar nicht mehr wahrgenommen, keiner macht sich Gedanken, was dahinter steckt, welche tiefgreifenden und vielfältigen Probleme diese Menschen haben.”
- Eine Möglichkeit gibt es jedoch auf dem Sonnenberg: Um 15.30 Uhr gibt es jeden Tag außer donnerstags bei den Missionarinnen der Nächstenliebe in der Gießerstr. 2 ein warmes Essen.