Bilder im Dialog – Dialog der Bilder


Das Gartenhäuschen an der Zeisigwaldschänke

Das Gartenhäuschen an der Zeisigwaldschänke: Mit Rötel, Aquarell und Ölkreide hielt Ingrid Burghoff Ihre Frühjahrsentdeckung im Zeisigwald fest.

Der Zeisigwald ist vom Sonnenberg aus gut zu erreichen und wir hatten mit den Kindern im dortigen Bad schöne Erlebnisse. Heute erinnert nur der alte Eingang an früher. Die  Natur hat sich den Raum zurückgeholt. Doch es gibt auch Neues und Interessantes, das sich lohnt, entdeckt zu werden. Meine Entdeckung steht seitlich von der Zeisigwaldschänke und ist eine kleine Kapelle mitten im Wald, wie ein Hexenhäuschen. Ich kenne sie schon lange, aber ich nahm mir bisher nicht die Zeit, sie näher zu betrachten, sie zu umrunden und nach dem Woher zu fragen.
Ich erfuhr dann, dass sie einst eine schöne Laube war und hierher in den Zeisigwald umgesetzt wurde. Sie dient heute als romantischer Trausaal. Im Frühjahr hatte ich Zeit für sie und wollte ein Bild von ihr zur Erinnerung mitnehmen. 
Eine Skizze in Rötel entstand und gefiel mir, aber es fehlte etwas. Im Frühjahr leuchtet das erste Grün des Blattwerks. Genau das wollte ich einfangen! Da ich nicht jedes einzelne grüne Blatt malen wollte, musste die Ölkreide helfen. Vor dem Aquarellieren zeichnete ich damit spontan angeordnete Kreise. Sie wurden beim anschließenden Aquarellieren nicht überdeckt. So entstanden Farbflächen, die an ein Blattwerk erinnern. Ein Foto mit dem Smartphone wäre schneller gewesen, hätte aber ein anderes Bild ergeben. Für die Beschäftigung mit Skizze und Aquarell habe ich hingegen Zeit gebraucht – eine Zeit, die mir Freude bereitet hat!

Ingrid Burghoff, Atelier 8-80 e.V.

Das Gartenhäuschen an der Zeisigwaldschänke in einer Zeichnung von Stephan Weingart. Der 1919 entstandene Gartenpavillon steht seit 2007 an seinem heutigen Standort.

Wie erfrischend war es doch in den Tagen des Sommers, in die Kühle des Waldes einzutauchen! Für die Sonnenberger liegt mit dem Zeisigwald das größte städtische Waldgebiet ja direkt vor der Haustür. Zwar öffnet die Waldschänke nur nach Reservierung ihre Türen, es gibt aber den großen schattigen Biergarten. Seit 2007 steht gegenüber am Weg das Gartenhäuschen, das aus einem Grundstück der Zeisigwaldstraße hierher versetzt wurde. Besser hätte man diesen Platz wohl nicht wählen können! Ist das Häuschen doch wie ein seitlicher Abschluss, der noch gefehlt hätte. Dank dem damaligen Leiter der Unteren Denkmalschutzbehörde Thomas Morgenstern konnte es an diesen Standort gebracht werden.

Aus der Broschüre „Der Zeisigwald“, die uns bei „Streifzügen durch die Natur und Geschichte“ leitet, ist Näheres über seine Herkunft zu erfahren. Das Gartenhäuschen entwarf der bekannte Architekt Emil Ebert. Als eines der ersten Grundstücke der Zeisigwaldstraße ist Anfang der zwanziger Jahre die Nr. 76 vom Privatmann und Ziegeleibesitzer Max Neubert bebaut worden. Sehr repräsentativ erhebt sich das Gebäude mit seinen barocken Formen dort an der Straße. Schon 1919 entstand in diesem Grundstück der „Gartenpavillon“, der wie eine kleine Kapelle anmutet. Von dem Architekten Emil Ebert war schon etwas Besonderes zu erwarten, wurde dieser doch mit den Entwürfen für das Reformrealgymnasium an der Schloßstraße und das Realgymnasium am Park der Odf, das heutige Georgius-Agricola-Gymnasium, betraut.

Text und Zeichnungen von Ingrid Burghoff und Stephan Weingart, Atelier 8-80 e.V.

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