Oh nein, nicht schon wieder ein Artikel übers Rauchen…  „Ja, ja ich weiß, dass es nicht gesund ist. Aber egal, ist doch meine Angelegenheit!“Schön wäre es, doch leider ist es eine Sache, für die weltweit Natur und Mensch zahlen müssen. Doch bleiben wir in Deutschland. Schauen wir uns zunächst einmal an, wie es wirklich aussieht.

Die gesamtwirtschaftlichen Kosten für das Rauchen belaufen sich in Deutschland auf insgesamt 97,24 Milliarden Euro jährlich. Darunter fallen u.a. Arztbehandlungen, Medikamente und Produktionsausfälle, die JEDER Steuerzahler zahlen muss. Hinzu kommen 99.000 Todesfälle jedes Jahr – von Rauchern UND Passivrauchern. Und da sprechen wir noch nicht mal die ökologischen, sozialen und gesundheitlichen Kosten aus dem Tabakanbau an…Und jetzt kommen wir zu unserem Sonnenberg. Auch hier sieht man die aktuelle Entwicklung. Auch hier wird mehr geraucht und wo landet die Kippe, nachdem sie aufgeraucht wurde? Richtig: sehr sehr häufig auf dem Boden. Nur jeder Dritte entsorgt seine Kippe im Müll.

an der Bushaltestelle Uhlandstraße

Und? Hier geht der Ärger erst richtig los! Nicht nur, dass es Müll ist, der achtlos weggeworfen wird, sondern auch giftiger Müll! So verseucht 1 Kippe in der Natur ca. 40 l bis 1000 l Grundwasser. Warum? In ihrem Filter sammeln sich über 7000 Giftstoffe, die über den Regen ausgewaschen werden und am Ende im Oberflächen- und Grundwasser landen. Zudem besteht der Filter aus Kunststoff, der sich erst nach ca. 10-15 Jahren zu Mikroplastik zersetzt. In Deutschland landen jährlich etwa 100 bis 140 Millionen Zigarettenstummel in der Natur und damit 40 Tonnen Mikroplastik aus Filtern in der Umwelt, die wir Menschen alle über die Nahrung wieder aufnehmen

ebenfalls an der Bushaltestelle Uhlandstraße

Die Entsorgung der herumliegenden Kippen kostet die Deutschen rund 225 Millionen Euro pro Jahr. Für die Lösung des Problems braucht es ein Bewusstsein: Die Folgen vom Zigarettenkonsum reichen über das Maß der Selbstschädigung hinaus! Raucher schädigen in jedem Fall sich selbst, aber auch alle anderen und dafür bezahlen alle viel Geld sowie mit ihrer Gesundheit. Mehr Aufklärung, mehr Gelegenheiten, seine Kippe zu entsorgen und auch mehr Taschenaschenbecher, wenn mal kein Ascher in der Nähe ist, z.B. im Wald, können zur Lösung des Problems beitragen.

Aus diesem Grund sammelt auch das Dreckweg Kollektiv vom Sonnenberg fleißig Kippen von der Straße, auch wenn in den meisten Fällen die Giftstoffe schon längst in den Boden gelangt sein sollten. Denn dafür braucht es nur 30 Minuten Regen. Jedoch kann man durch das Aufsammeln wenigstens noch die Umweltbelastung durch Mikroplastik etwas reduzieren…Angesichts immer höher werdender Kosten sollte es doch im Interesse von jedem und jeder sein, seine Kippen wenigstens ordentlich zu entsorgen.

Text und Fotos: Nora Potiy

Quellen: Internetseiten von WHO, Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, DHS, BUND, BR24