Gerüst an der Markuskirche: Das steckt dahinter

Wer in den vergangenen Wochen an der St. Markuskirche vorbeigekommen ist, hat es bereits gesehen: seit April steht dort ein Gerüst. Rund 25 Jahre nach der Wiedereröffnung sind erneut Instandsetzungsarbeiten notwendig. Grund sind Feuchtigkeitsschäden im Innenraum, die sich vor allem durch abplatzenden Putz bemerkbar machen. Ursache sind defekte Fugen und Ziegel an der Außenfassade; besonders betroffen sind die Seitenschiffe.

Bereits Anfang 2025 fanden Voruntersuchungen statt. In Abstimmung mit der Kirchgemeinde, dem Regionalkirchenamt Chemnitz-Leipzig, der Denkmalschutzbehörde der Stadt Chemnitz und dem Landesamt für Denkmalpflege Sachsen wurde die Sanierung der Innenwände in den Seitenschiffen genehmigt. Gleichzeitig fiel die Entscheidung zunächst die Fassade im Bereich Pestalozzi-/Tschaikowskistraße zu bearbeiten. Zu diesem Zeitpunkt war noch unklar wie tief die Fugen geschädigt sind. Weitere Maßnahmen werden auf Grundlage der dort gewonnenen Erkenntnisse festgelegt.

Schon Mitte des vergangenen Jahres wurde im Inneren der Seitenschiffe geschädigter Putz entfernt und durch einen sogenannten Opferputz ersetzt. Dieser nimmt Feuchtigkeit und Salze auf und unterstützt so die Trocknung der Wände.

Die seit April laufenden Arbeiten an der Außenfassade umfassen die Erneuerung beschädigter Fugen, die Entfernung von Moos und Wildwuchs sowie die Reinigung der Ziegel und – falls erforderlich – den Austausch einzelner Steine. Vorteilhaft ist, dass noch originale Ersatzziegel aus der Bauzeit um 1895 vorhanden sind.

Erste Untersuchungen zeigen ein uneinheitliches Schadensbild: Neben stark geschädigten Bereichen gibt es auch bereits sanierte Abschnitte. Teilweise sind die darunterliegenden Fugen noch intakt, teilweise jedoch stark salzbelastet. Der Feuchtigkeitseintritt hat mehrere Ursachen. Neben beschädigten Fugen und Bewuchs spielen auch fehlende oder abgenutzte Abtropfkanten sowie die Wasseraufnahmefähigkeit der Ziegel eine Rolle. Beobachtungen bei Regen zeigen, dass einzelne Ziegel Feuchtigkeit aufnehmen und speichern.

Mit den laufenden Arbeiten ist ein wichtiger erster Schritt getan. Auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse soll die Sanierung schrittweise fortgeführt werden, um die St. Markuskirche langfristig als prägendes Gebäude im Stadtteil zu erhalten. Die Finanzierung wird größtenteils selbst getragen, ergänzend sind Fördermittel und Spenden vorgesehen. Aktuelle Neuigkeiten zum Baugeschehen gibt es auf unserer Homepage der Markuskirchgemeinde.

Die St. Markuskirche ist im Rahmen der Gottesdienste sowie mittwochs zur „Offenen Kirche“ zwischen 16:30 Uhr und 18:00 Uhr geöffnet. Darüber hinaus bietet die Kirchgemeinde bei Interesse Führungen als Sammeltermine oder individuelle Gruppenführungen an. Terminanfragen können unter stmarkus.offenekirche@gmail.com gestellt werden.

Text & Fotos: Tobias Merz

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