Am 24. März 2026 zur Wahl des Stadtteilrates Sonnenberg konnten allen bestätigten Kandidaten ein vom Chemnitzer Geschichtsverein gesponsertes Buch zum Stadtteil Sonnenberg übergeben werden. Es wurde damit die Hoffnung verbunden, dass die vielen „Neuen“, die sich künftig für die Zukunft des Sonnenbergs engagieren wollen, sich auch etwas über seine historische Vergangenheit informieren können. Denn auch jede Zukunft wird einmal Vergangenheit sein und das Engagement der Menschen für ihre Stadt existierte genauso früher wie heute. Und Vieles sollte einfach nicht vergessen werden. Allerdings, ohne die Kenntnis der Vergangenheit kann vieles in der Gegenwart nicht beachtet und geschützt werden, und gerät schließlich in Vergessenheit.

Darum existierte eine Arbeitsgruppe Sonnenberg-Geschichte über 30 Jahre, in der sich interessierte und engagierte Menschen für die Entstehung und Entwicklung ihres Stadtteiles organisierten. Drei Publikationen (dazu gehörte auch das überreichte Buch), ca. 100 Ausstellungstafeln und eine Vielzahl von Vorträgen und Exkursionen waren das Ergebnis der 30-jährigen Gruppenarbeit. Damit wurde erstmals eine Erfassung gesellschaftlicher Entwicklungen auf dem Sonnenberg vollzogen. Ob Industrie, Kultur, Religion, Schulwesen oder Militär und Kriegsereignisse, eine Vielzahl den Stadtteil betreffende Ereignisse und Personen wurden nicht vergessen und bleiben damit in Erinnerung. Oder wussten Sie, dass von der ehemaligen Humboldtschule (heute Kepler-Gymnasium) bereits 1921 die Anfänge für heute normale pädagogische Schritte vollzogen wurden? Ob gemeinsamer Unterricht von Mädchen und Jungen, Gruppen- bzw. Projektarbeit oder auch eine eigene Schülerzeitung bzw. Gruppenführung, gemeinsame Feriengestaltung – alles heute normale Ereignisse, die ihren Anfang auch in Chemnitz hatten. Und mit dem Bezug auf Straßennamen, kann man auch historische Bezüge zu Personen oder Ereignissen nachvollziehen. Mit der Übergabe des Sonnenberg-Buches wurde das Anliegen erreicht, dass die Mitglieder des Stadtteilrats auch etwas zur bewegten Historie ihres Stadtteiles erfahren und weitergeben können.

Das gleiche Anliegen verfolgt seit 1990 der Chemnitzer Geschichtsverein, der die Vielzahl städtischer Ereignisse und deren Bezug zu den Leistungen der Menschen unserer Stadt in Erinnerung behalten will. In Chemnitz hatten sich in den zurückliegenden 150 Jahren bedeutende industrielle, kulturelle und soziale Entwicklungen vollzogen und sie gehörte zu den wichtigsten Städten in Deutschland. Es ist deshalb wichtig, dass wir heute mit Stolz auf diese Generationen zurück schauen, deren Leistungen nicht vergessen und deren Ergebnisse schützen bzw. weiter entwickeln. Ein jeder von uns wünscht, dass seine oft mit Liebe und Engagement verbundenen Leistungen zum Wohle der Gemeinschaft geachtet und bewahrt werden.

In der vom Geschichtsverein herausgegebenen Zeitschrift „Chemnitzer Roland“, die dreimal im Jahr erscheint, werden all die bereits genannten Aspekte verbunden und auch der Sonnenberg spielte dabei eine wichtige Rolle. Es gehört deshalb mit zur eigenen Identität, das historische Wissen zu seinem Stadtteil, zu seiner Stadt, zu seiner Region und zu seinem Land weiter zu erhalten. Und dieses Anliegen kann nur mit der nachfolgenden Generation verwirklicht werden. Deshalb ist es eine Notwendigkeit unserer Zeit, die Tätigkeit engagierter Menschen zu unterstützen. Dazu gehört auch der Erhalt unserer einzigen Chemnitzer Heimatzeitung „Chemnitzer Roland“, deren Themen mit von den historischen Interessen seiner Bürger abhängen. Mit dem Kauf der Zeitschrift im Handel (3 Euro) oder über ein Abo kann dies erfolgen. Im aktuellen Heft geht es um 100 Jahre Flughafengeschichte; Traditionen zum Schulanfang; Spuren Richard Hartmanns im Stadtbild u.a.
Nur was man kennt, kann man schützen und bewahren! Wenn Sie das Anliegen des Geschichtsvereins unterstützen wollen, dann sollten Sie zu uns Kontakt aufnehmen. (Mail: Chemnitzer.Roland@gmail.com )
Und das Ende der Arbeitsgruppe Sonnenberg-Geschichte 2024 kann auch der Anfang für eine neue interessierte Gruppenarbeit sein. Wer dabei mitwirken will, sollte Kontakt zum Bürgerbüro aufnehmen.
Text: Jürgen Eichhorn, Foto: Tolga Cerci
